Der 72./ 20. Monat – Keine Angst vor großen Tieren

Aug
2017
27

posted by on Das sechste Jahr, Von Geburt an

Leo entdeckt die Tierwelt für sich. Und zwar nicht etwa den nicht unbescheidenen Kuscheltiervorrat seiner Schwester, nein je größer und lebendiger desto besser. Dies gepaart mit Deinem schier grenzenlosen, vollständigem Ausbleiben des Gefühl Angst, läßt uns Eltern schon mehr als ein Mal zusammenzucken wenn man nicht schnell genug bei dem Halter des freundlich dreinblickenden Schäferhundes nachfragen kann, ob der Hund bestreichelbar ist oder eben nicht.

Ach was heißt hier streicheln, gerne umarmst Du Hunde die auch mal einen Kopf größer sind als Du selbst vollständig und denkst Dir so ein Schwanz ist bestimmt als eine Art Haltegriff konstruiert. Mittlerweile habe ich Dir gefühlt eintausend Mal erklärt, daß man nicht einfach jeden Hund in oder unter den Arm nehmen kann, weil der das unter Umständen weniger begeistert aufnimmt als Du selbst. Hilft aber bis dato überhaupt nicht und ich bin sehr dankbar bis heute kinderkompatiblen Vierbeinern begegnet zu sein.

Sarah Sophie hat so ihre eigene Art entwickelt mit der neuen brüderlichen Tierliebe umzugehen. Eines Tages – Leo ist gerade nicht da – brauchst Du unbedingt unaufschiebbar sofort irgendeine Kiste, die ich Dir glücklicherweise auch beschaffen kann um dann zusehen zu dürfen, wie Du Deine beiden Kuscheltiertruhen auf den Boden entleerst um anschließend in einer Seelenruhe eine hübsche Sammlung in besagte Kiste umzusortieren. Mit gekonnt gönnerhaftem Blick schiebst Du diese dann von Deinem in Leos Zimmer und verkündest mir voller Stolz, daß das jetzt Leos Kuscheltiere sind, Du sie ihm schenkst, damit der kleine Bruder damit schon mal das Kuscheln mit den echten Tieren üben kann. Entzückende Idee wie ich Dir bestätige, erziehungspraktisch aber wohl eher kontraproduktiv. Am Abend wird Leo dann allerdings dann auch jedes einzelne Tier aus seiner neuen Tierkiste persönlich von der Schwester überreicht inklusive detailreicher Erläuterungen zu Art und Gattung. Gekuschelt wird damit übrigens nicht, wieso auch, die laufen ja nicht weg.

Doch zurück in Leos Tierwelt.

Der gibt sich nicht mehr mit großen Hunden zufrieden, sondern hält gekonnt Ausschau nach noch Größerem. Da das diesjährige Sommerfest des Arbeitgebers Eurer Mutter unter dem Motto “Rodeo” steht und neben dem zu erwartenden elektrischen Bullen mit Hilfe dessen sich die Großen zum Kasperl machen dürfen, es auch Ponyreiten im Firmengarten für den Beraternachwuchs im Angebot gibt, ist klar wohin die Reise gehen dürfte. Leo erscheint es völlig unverständlich wieso er nach nur drei Runden den Platz auf dem Ponyrücken wieder räumen soll, wo er sich offenkundig da oben prima arrangiert hat. Und an der Stelle ist es dann doch von Vorteil ein eineinhalbjähriger stetig grinsender Junge zu sein, jedenfalls wickelst Du die Pony-führenden Mädels damit vollständig ein und im Prinzip verbringst Du den gesamten Nachmittag zu Pferde.

Leos entdeckt die Ponys, Düsseldorf & Köngen, D, Juli 2017

Leos entdeckt die Ponys, Düsseldorf & Köngen, D, Juli 2017

Allmählich mache ich mir dann doch Gedanken was als nächstes kommt. Ich kenne nämlich niemanden mit einem Haustierelefanten in der näheren Umgebung. Macht aber nix, regelst Du ganz alleine und zwar auf der Geburtstagsparty Deiner Schwester.

Die findet auch in diesem Jahr wieder auf Ihrer heiß geliebten Ponyfarm statt und hier hat wohl jedes der älteren Mädels, welche hier aushelfen einen Hund und die sind auch alle da. Und schlagartig sind nun die kleineren Hunde Leos Objekt der Kuschelbegierde nachdem Du verstanden hast, das sich Bibbi und Co. auch noch prima umhertragen lassen wenn Du stoisch versuchst alle Hunde einer Größenabteilung in eine Reihe aufzustellen. Ganz schön tierisch eigensinnig das hier Deinen Anweisungen nicht gefolgt wird. Interessiert Dich aber nicht weiter, versuchst es eben nochmal.

Ein paar Tage später waren wir bei Freunden in Berlin und Leo hat wieder eine neue Kuscheltierfavoritin mit passenden Namen. Lea und Leo toben jedenfalls gerne gemeinsam durch den Garten. Lea ist übrigens ein ungarischer Kuvasz und nicht gerade zierlich.

Es geht also wieder größenmäßig nach oben. Aber auf Kamelen läßt sich ja auch trefflich reiten.

Geschrieben in San-Giovanni-di-Moriani, Corsica, France.